Was sich gehört

von Branden Jacobs-Jenkins
Deutsch von Christine Richter-Nilsson und Bo Magnus Nilsson


Ein bitterböses Familiendrama

Drei Geschwister, ein Haus in den Südstaaten der USA und ein fragwürdiges Erbe. Was nach Familienangelegenheit klingt, wird schnell zum moralischen Minenfeld. Denn als nach dem Tod des Vaters der Haushalt aufgelöst werden soll, brechen unter drei Geschwistern nicht nur alte Konflikte wieder auf, sondern auch Fragen, die sich nicht mehr so leicht unter den Teppich kehren lassen.

Als Toni, Bo und Frank Haus und Grundstück ihres verstorbenen Vaters verkaufen wollen, lodern bekannte Streitherde neu auf: Neid, Drogen, Familienpflichten und natürlich Geld. Die Aussicht auf ein mögliches Erbe und die Angst, benachteiligt zu werden, tragen ihr Übriges dazu bei. Doch dann taucht auf dem Dachboden ein Fotoalbum auf, das Lynchmorde an Sklaven und andere rassistische Gewalttaten dokumentiert. Plötzlich sehen sich die Geschwister und ihre Familien gezwungen, die politische Ideologie des Vaters zu hinterfragen. Kannten sie ihn wirklich? Wie soll man das den Enkel:innen erklären? Und: Kann aus diesen Fotos vielleicht sogar Profit geschlagen werden?

Pulitzer-Preisträger Branden Jacobs-Jenkins schreibt in seinem mit dem Tony Award ausgezeichneten Stück das klassische amerikanische Familiendrama radikal fort. Hausregisseur Matthias Köhler inszeniert das Kammerspiel über transgenerational vererbte Schuld und postkoloniale Verantwortung mit scharfen Dialogen und düsterem Humor.

Team

Regie Matthias Köhler  

Bühne und Kostüme Patrick Loibl  

Musik Antonia Matschnig  

Dramaturgie Natalie Baudy